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Ayurveda


Rasayana Festmenü incl. Rezeptteil

 

Wie es in der alten Gelehrtensprache “Sanskrit” häufig der Fall ist, gibt es für ein Wort verschiedene Bedeutungen, so auch für “Rasa”. Im Zusammenhang mit Rasayana - Verjüngung fällt mir spontan diese Übersetzung ein: “Rasa - Nektar der Götter, der für Unsterblichkeit sorgt”. Im Hinblick auf die Ernährung ist dies ein vortreffliches Synonym, denn wie heißt es doch so schön

“...allein durch gute Nahrung gedeiht der Mensch;
schlechte Ernährung hingegen ruft Krankheit hervor...”
(Charaka Samhita I.25.31).

Man könnte also sagen, daß ein recht großer Anteil der Verjüngungs-Therapie von der Ernährung ausgeht. Ein heilsames Menü ist die Essenz ausgewählter Nahrungsmittel, die die einzelnen Dhatus (Körpergewebe) besonders gut aufbauen und denen zudem eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt werden...: z.B. Ghee, Milch, Honig, Äpfel, Weintrauben, Datteln, Aprikosen, Mandeln, Kokos, Karotten, Avocados, Knoblauch, Ingwer, Pippali, Kardamom. Selbstverständlich sollten nur Produkte in bester Qualität, d.h. so frisch wie möglich und vor allen Dingen unbelastet von Pestiziden, etc. zum Einsatz kommen. Auch die Zubereitung ist ein wesentlicher Bestandteil einer bekömmlichen Mahlzeit. Wenn der Koch seine volle Aufmerksamkeit und Liebe während des Kochens einfließen läßt, so ist dies eine gute Voraussetzung für eine Rasayana-Mahlzeit. Im Ayurveda betrachten wir kochen demnach auch nicht als lästige Pflicht sondern eher als spritrituelle Disziplin. Mit einem liebevoll gedeckten Tisch, schönem Geschirr, Stoffen, Kerzen, einer Duftlampe und einigen Tropfen Bergamotte-Öl (dies regt den Appetit an) steigern wir die Vorfreude auf unser Rasayana-Menü. Bevor wir uns nun an’s Kochen der nachfolgenden Rezepte (alle für ca. 4 Personen) machen, sei noch erwähnt, daß Rasayana immer etwas mit Aufbau und Nährung zu tun hat und somit zwangsläufig Kapha-Dosha erhöht. Generell kann man die Portionen den Doshas anpassen: Kapha sollte eine kleinere, Pitta eine mittlere und Vata eine größere Portion bekommen. Zur besseren Verdauung kann ein Agni anregender Trunk ca. ½ Stunde vor dem Essen serviert werden. Dieses Menü ist als Festmahl konzipiert und daher für besondere Anlässe gedacht und nun viel Freude beim nachkochen und dann guten Appetit!

 

Ingwer-Limonen Cocktail - zur besseren Verdauung

500 ml Wasser
1 großes St. Ingwerwurzel
½ TL Kummin, ganz
¼ TL Ingwerpulver
2 Kardamomkapseln
Etwas Steinsalz
Etwas Jaggery (Palmzucker)
Etwas frischer Koriander
Saft von 2 Limonen
Saft von 1 Orange
½ TL Rosenwasser

Das Wasser in einem Topf erhitzen, mit dem frischen und getrockneten Ingwer, den Kumminsamen und Kardamomkapseln 10 Min. köcheln lassen. Jaggery und Salz unterrühren und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Den Gewürzsud abseihen, mit dem Limonen- und Orangensaft mischen und mit einigen Tropfen Rosenwasser abschmecken. In hübsche Gläser gefüllt und mit fein geschnittenem Korianderkraut als Deko garniert ca. ½ Stunde vor dem Essen servieren.

 

 

Gebackene Avocado mit Sauerrahmdip

2 reife Avocado, geschält halbiert und in ½ cm dicke Scheiben geschnitten
Saft von 1 Zitrone
Ca. 6 EL Kichererbsenmehl
½ TL Kreuzkümmel, gemahlen
½ TL Koriander, gemahlen
¼ TL Kurkuma
Ghee zum Ausbraten
150g Creme Fraiche oder Sauerrahm
Einige Spritzer Limettenöl
Meer- oder Ursalz, Pfeffer
Frische Minzeblätter

Die Avocados vorbereiten und mit Zitronensaft beträufeln damit sie nicht braun werden. Das Kichererbsenmehl mit den Gewürzen vermischen. Die Avocadoscheiben salzen, pfeffern und in dem Mehl wenden. In einer Pfanne das Ghee heiß werden lassen und die Avocados darin von beiden Seiten goldgelb ausbacken, herausnehmen und auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Creme Fraiche mit Limettenöl, Salz und Pfeffer und geschnittener Minze abschmecken. Die Avocadoscheiben und jeweils einen Klecks vom Creme Fraiche-Dip auf Tellern anrichten und mit der Minze garnieren.

Kapha eine kleinere Portion Avocado und Dip, Pitta eine kleinere Portion Dip.

 

Tomaten-Aprikosen-Feigen-Chutney

1½ TL Ghee
3-4 Stücke Cassiarinde (Zimtart) oder 2 Zimtstangen
4 Gewürznelken
1½ TL Kreuzkümmel (Kummin), ganz
1 TL Fenchelsamen, ganz
1 TL Koriandersamen, ganz
1 gr. Stück frische rote Chillischote (je nach schärfe und Geschmack) in kl. Streifen
1 gr. Stück frische Ingwerwurzel, geschält und fein gewürfelt
1 Zwiebel, fein gewürfelt
½ TL Kurkuma
4 große Tomaten, gehäutet, entkernt und gewürfelt
12 getrocknete Aprikosen oder Softaprikosen, in ¼ geschnitten
4 getrocknete Feigen oder Softfeigen, in kleine Stücke geschnitten
3 Curryblätter oder 2 Lorbeerblätter
¼ TL Ursalz
2 EL alter Honig, ca. je nach Geschmack
Etwas Tamarindenmark oder Zitronensaft zum abschmecken, frische Kräuter nach Geschmack
(3 EL Kokosmilch, ungesüßt)

Das Ghee im Topf erhitzen dann die Cassiarinde und Nelke dazu, auf kleiner Flamme anrösten, bis sich kleine Blasen zeigen. Die ganzen Gewürze im Mörser zerstoßen, dazugeben und kurz mitrösten bis sich der Duft entfaltet, dann die Chilischoten, Ingwer und Zwiebel hinzugeben und andünsten. Das Kurkumapulver, die Tomaten und Curryblätter dazugeben, andünsten bis sich Flüssigkeit gebildet hat. Die vorbereiteten Trockenfrüchte zum Sud dazugeben, Salz in den Topf, dann alles unter rühren andünsten und mit wenig Wasser aufgießen. Den Deckel auflegen, hin und wieder umrühren bis eine die Früchte weich sind. Mit Tamarindenmark oder Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken, zum Schluß den Honig nach Geschmack unterrühren, in eine Schale füllen und zum abkühlen beiseite stellen.

Für Vata & Pitta 3 EL Kokosmilch hinzufügen, Pitta & Kapha keine Tamarinde.

 

Mung Dal

1½ Tassen Mung Dal (geschälte Mungbohnen aus dem Asialaden)
3-4 Tassen Wasser
1½ TL Ghee
½ TL Senfsaat
1 TL Kreuzkümmel, ganz
1 TL Koriander, ganz
1 TL Fenchel, ganz
½ cm dicke Scheibe Ingwerwurzel, fein gewürfelt oder gerieben
½ Zwiebel, fein gewürfelt
1 kleine Tomate, gewürfelt
1 Tl Methiblätter, zerrieben
½ TL Kurkumapulver
1 gute Msp. Hing/Asafoetida
Spritzer Zitronensaft, Ursalz &
Pfeffer nach Geschmack, gehackte frische Korianderblätter oder andere frische Kräuter

Die ganze Senfsaat im heißen Ghee anrösten bis sie zu springen anfängt, die ganzen gemörserten Gewürze hinzufügen, unter rühren anrösten, dann die geschnittenen Aromaten, Methiblätter und Kurkumapulver dazugeben, kurz mitrösten. Gewaschenen Mung Dal zu den Gewürzen geben und unter rühren kurz andünsten, Wasser zugeben, auf hoher Flamme zum kochen bringen (Vorsicht kocht leicht über) und dann auf kleinste Hitze herunterschalten, Deckel schräg auflegen. Zwischendurch immer kontrollieren, ob noch genug Flüssigkeit im Topf ist, ggfs. warmes Wasser nachgießen. Der Dal ist fertig, wenn sich alle Körner aufgelöst haben und das Wasser verkocht ist. Kurz vor Ende der Garzeit Hing und Salz hinzufügen und mit dem Zitronensaft abschmecken. Vor dem servieren die gehackten Kräuter unterrühren.

Mung Dal ist für alle 3 Doshas geeignet, Pitta ohne Tomate, Kapha & Pitta ohne Tamarinde.

 

Ingwer-Möhren mit Datteln in Kokosmilch

4 große Rote Möhren, geschält oder gewaschen & gebürstet, in dünne Scheiben
4 Datteln, gewürfelt
1 guter EL Ghee
2 Kardamomkapseln
3 St. Zimtrinde
1 kl. Pippali, je nach Geschmack
1 TL Kreuzkümmel, ganz
1 TL Koriandersamen, ganz
½ TL Fenchelsamen, ganz
1 cm dicke Scheibe Ingwerknolle, geschält und fein gewürfelt
1 kl. Zwiebel, in feine Spalten geschnitten
¼ TL Kurkumapulver
½ TL Ursalz
Wasser
6 EL Kokosmilch, ungesüßt
Abschmecken mit etwas Garam Masala, Ursalz, Pfeffer, einige Stengel Petersilie fein gehackt

Ghee im Topf erhitzen, zuerst die ganze Kardamomkapsel und Zimtrinde hineingeben und so lange anrösten bis sich Blasen bilden, die gemörserten ganzen Gewürze dazugeben und kurz andünsten. Dann kommen die geschnittenen Aromen wie Zwiebel und Ingwer nach kurzer Zeit hinein, ebenfalls anschwitzen, das Kurkumapulver und die Datteln dazu und alles wird unter rühren kurz angebraten. Die Möhren jetzt ebenfalls in den Topf geben, andünsten und soviel Wasser hinzufügen, daß der Topfboden gut bedeckt ist, salzen und Deckel drauf. Zwischendurch immer mal umrühren und den Garprozeß sowie die Flüssigkeitsmenge überprüfen. Kurz vor Ende der Garzeit die Kokosmilch zufügen und kurz mitköcheln lassen, mit Salz, Pfeffer und Petersilie abschmecken, evtl. etwas Garam Masala dazugeben.
Kapha ohne Kokosmilch

 

Schokopudding mit “Überraschung”

600ml Milch
100ml Sahne
75g dunkle Schokolade (70%), fein gerieben
1 cm frische, rote Chilischote (je nach schärfe)
50g Rohrohrzucker
½ TL Zimtpulver
¼ TL Kardamompulver
½ Vanilleschote, ausgekratzt
¼ TL Ingwerpulver
Speisestärke (nach Packungsanweisung) und etwas Wasser zum Andicken
100g Sahne, 1 EL Rohrohrzucker, ¼ TL Kardamompulver
Einige frische Blüten zur Deko

Die Milch mit der geriebenen Schokolade, dem Zucker und der Chilischote (die Schärfe sollte nicht dominieren) unter rühren zum kochen bringen, dann die Gewürze hineingeben und weitere 3 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen, damit die ätherischen Öle der Gewürze sich entfalten können. Die Chilischote rausfischen und mit Speisestärke andicken, abfüllen & auskühlen lassen. Die Sahne mit Kardamom und Zucker aufschlagen und einen dicken Tupfen auf dem Pudding garnieren.

Hierzu passt ein bunter Gewürzreis.

 

Autorin:
Sibylle Michaela Balkow
Dipl. Ayurveda-Therapeutin/Dozentin am campus Naturalis
-Mitglied im VEAT-


Die Autorin ist Ayurveda Therapeutin für ganzheitliche Ernährung und Gesundheit sowie Ayurveda Köchin (MI), Dozentin für Ayurveda am campus Naturalis Berlin und Autorin von Fachartikeln über Ayurveda und artverwandte Wissenschaften; sie leitet zusammen mit Ihrem Mann das Ayurveda Institut “Ojas” in Bremen. Seit 8 Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit Ayurveda, Spiritualität und der Anderswelt; durch die praxisorientierte Arbeit kann sie ihre Erfahrungen auf begeisternde Art an alle Ayurveda Interessierten weitergeben. Sie organisiert zusammen mit ihrem Mann die mobile Ayurveda Seminar- & Kurküche, Kochkurse und Catering für private Anlässe auch europaweit sowie Ayurveda-Ferien und Medical-Wellnesskuren auf Ibiza und in der Toskana.

Alle Rezepte, Photos und Texte unterliegen dem Copyright von Ojas Ayurveda Inst. - Bremen, mit freundlicher Genehmigung hier zur privaten Nutzung freigegeben.


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