Ganzheitliche Ansätze in der Pädagogik
oder
Reformpädagogische Konzepte und ihre Relevanz in der heutigen Ganzheitlichen Kinder- und Jugendarbeit/-therapie
Jeder, der mit Kindern und Jugendlichen pädagogisch arbeitet oder sie therapeutisch begleitet und unterstützt weiß, dass sie in unserer Leistungs- und Informationsgesellschaft, ebenso wie Erwachsene, wachsenden Belastungen und Anforderungen ausgesetzt sind.
Unsere Gesellschaft ist im Wandel, täglich erreichen uns Nachrichten, die verunsichern können. Die Diskussionen um die Situation auf dem Arbeitsmarkt, um die Gesundheitsreform, unser Schulsystem, … Diese Entwicklungen und die Konsequenzen daraus prägen auch unsere Heranwachsenden.
Auf politischer Ebene werden Kompetenzen wie Tatkraft, Zuversicht, Eigeninitiative, Offenheit für Neues proklamiert - mit dem Ziel aktiv zu werden nach jedermanns Kräften und Fähigkeiten.
Dieser Ansatz von Selbstbestimmung und einer aktiven Mitgestaltung der eigenen Umgebung ist nicht neu. Im pädagogischen Kontext war dies die Maxime der "Reformpädagogen" (wie Pestalozzi, Montessori, Steiner, Buber und andere) Anfang des 20. Jahrhunderts.
Viele Bildungs- und Erziehungseinrichtungen haben das Potential und die Chancen dieser ganzheitlich pädagogischen Ansätze erkannt und setzen sich mit "Kopf, Herz und Hand" (Pestalozzi) für ihre Umsetzung ein.
Der Schweizer Pädagoge Pestalozzi (1746-1827) vertrat als einer der ersten - wie eben angeführtes Zitat vermuten lässt - diesen heutzutage so genannten ganzheitlichen Ansatz. Seine Grundidee war es, den Menschen zu stärken und ihn dahin zu bringen, sich selbst helfen zu können. Sein Augenmerk galt der ausgewogenen Förderung der intellektuellen, religiösen und handwerklichen Kräfte im Kinde.
Eine individuelle, naturgemäße Erziehung lag auch Maria Montessori ( 1870 - 1952) am Herzen. Die italienische Ärztin und Reformpädagogin entwickelte ihre eigene „Montessori-Pädagogik“ (1906). Deren Kern wird meist mit dem Motto „Hilf mir, es selber zu tun“ zusammengefasst. Die Beobachtung des Kindes führt den Lehrenden dazu, die passenden didaktischen Techniken anzuwenden, um den Lernprozess maximal zu fördern.
Die Waldorfpädagogik Rudolf Steiners basiert ebenso auf einer Pädagogik der individuellen Förderung als Alternative zu dem mit dem vertikalen Schulsystem verbundenen Prinzip der Auslese. Unterricht wird anders als üblich gestaltet (vielfältiger künstlerisch-handwerklicher und Epochen-Unterricht) und die Schule „selbst verwaltet“. Die Selbstverwaltung erfolgt durch Eltern und Lehrer gemeinsam.
campus Naturalis als Institut für Ganzheitliche Gesundheitsbildung integriert in der Aus- und Weiterbildung zum Kinder- und Jugendtherapeuten/-pädagogen verschiedene reformpädagogische Ansätze und therapeutische Konzepte sowie Themen wie Ernährung, Bewegung und Kreativität und betont so, neben den klassischen psychotherapeutischen Inhalten den ganzheitlichen Ansatz der Ausbildung.
Dabei legt campus Naturalis viel Wert auf die Vermittlung von Praxiskompetenz zum Beispiel in den Bereichen
- "Bewegung-Entspannung"
- "Heilsame Berührung - körpertherapeutische Ansätze"
- "gesunde Ernährung"
- "Imaginationsspiele - Arbeit mit Puppen, Stellvertretern"
- "malen, zeichnen, plastizieren"
- "Traum- und Symbolarbeit".
© campus Naturalis, Mai 2007.
links:
Ausbildung Kinder- und Jugendtherapie
Ausbildung Heilpraktiker Psychotherapie/Psychologische Beratung