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Vitamine & Bioaktive Substanzen

 

Vitamine müssen dem Körper zugeführt werden, um physiologische Funktionen aufrecht zu erhalten. Die Vitamine sind chemisch nicht vergleichbar, sondern erfüllen aufgrund ihrer Verschiedenartigkeit sehr verschiedene Funktionen. Ihnen ist nur gemeinsam, dass sie dem Körper notwendigerweise zugeführt werden müssen.

Die wichtigen Vitamine sind: Vitamin A, D, E, K, C, B-Vitamine, Ubichinon, Niacin, Pantothensäure, Biotin, Folsäure.  

Vitamine sind wichtig für: Ab- und Aufbaufunktionen des Körpers, Stoffwechselzyklen (Zitronensäurezyklus: Produktion von Wasserstoff für Energieträger der Zelle), Zellteilung, Herstellung von Aminosäuren für Proteine, Herstellung von Kohlenhydraten, Herstellung von Fett, Herstellung von Fettsäuren, Herstellung von Erbsubstanz, Herstellung von Teilen der Erbsubstanz, Mineralstoffwechsel, Wasserstoffwechsel, Herstellung von Hormonen. 

Vitamine sind ferner bedeutsam für den so genannten Radikalstoffwechsel. Radikale sind entweder Freie Radikale (enthalten ein ungepaartes Elektron und sind daher sehr reaktionsfähig) oder aggressive Sauerstoffverbindungen. Radikale sind unvermeidlich. Sie kommen von außerhalb des Körpers und/oder sind das Produkt von Stoffwechselprozessen.  

Sie können folgenden Schaden anrichten (Auswahl): 

Angriff auf Proteine: erhöhte Tumorgefahr, verminderte Enzymleistungen, Zellschädigungen

Angriff auf Fette: Membranschädigung, Oxidation von LDL, Atherosklerose

Angriff auf Erbsubstanz: schädliche Mutationen

Angriff auf Kohlenhydrate: Veränderung von Rezeptoren (für Kommunikation im Körper zuständig), verringerte Geschmeidigkeit von Gelenkflüssigkeiten 

Zum Abwehren dieser Angriffe kann der Körper zwei Strategien fahren: die enzymatische und die nicht-enzymatische Abwehr. Bei der enzymatischen Abwehr spielen die Metallo- Enzyme (siehe Spurenelemente) eine wichtige Rolle. Sie neutralisieren die Angreifer dadurch dass sie sie in normalen Sauerstoff und Wasser verwandeln. Die nicht- enzymatische Abwehr besteht aus Antioxidantien. Zu diesen Stoffen gehören z.B. die Vitamine E, C und Beta- Karotin. Wird der Körper übermäßig belastet, dann entsteht durch den Stoffwechsel der Oxidative Stress. Dieser zeigt an, dass radikale Angriffe stattfinden, die nicht mehr alle kompensiert werden können. Ihm kann durch eine vitaminreiche Kost begegnet werden. 

Es hat sich herausgestellt, dass Vitamine und andere Stoffe zusammenwirken. So unterstützt Vitamin C das Vitamin E. Vitamin E schützt Beta- Karotin und Selen wirkt wiederum mit Vitamin E zusammen. Die Schutzaufgaben von Selen können teilweise von Vitamin E übernommen werden. Die moderne Mikronährstofftherapie kombiniert daher Vitamine, Spurenelemente und einzelne andere Komponenten (z.B. Aminosäuren). Einzelgaben von Vitaminen können problematisch sein. Zahlreiche Untersuchungen verweisen darauf, dass vitaminreiche Kost Krebserkrankungen vorbeugt. Viele Mineralstoffe und Spurelemente und auch einige Vitamine sind wichtig für die Immunfunktion. 

Bioaktive Substanzen sind Stoffe, die nicht zu den Nährstoffen gerechnet werden. Es sind Stoffe aus Pflanzen und Ballaststoffe. Diese Substanzen tragen dazu bei, das Risiko für Zivilisationskrankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken, fördern das Immunsystem, wirken günstig auf Entzündungen ein und regulieren den Blutzuckerspiegel. Sie sollen vor allem über Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte aufgenommen werden.  

Funktionen sind: 

·         Antioxidantien (hemmen die Bildung von Freien Radikalen)

·         Antikanzerogen (senken Krebsrisiko)

·         Immunmodulatorisch (stärken das Immunsystem, regeln es ein)

·         Antimikrobiell (wirken gegen Keime)

·         Antirhombotisch (wirken gegen Blutgerinnung)

·         Entzündungshemmend

·         Blutdruckregulierend

·         Cholesterinsenkend

·         Blutzuckerregulierend

·         Verdauungsfördernd 

 

Beispiele sind: Karotinoide, Phytosterine, Saponine, Phenolsäuren, Flavonoide, Sulfide. 

Den bioaktiven Substanzen kommt damit eine zentrale Rolle bei der Gesunderhaltung zu, obwohl sie nicht zu den essentiellen Nährstoffen gehören.

 

© Dr. Manfred Ade, campus Naturalis


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